Artbrut-Sammlung

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Der Begriff "Art Brut" ist eine Wortkreation des Malers Jean Dubuffet (1901-1985). Im Jahr 1945 skizzierte Dubuffet in einem Brief an Charles Ladame seine Gedanken zur Art Brut: "Zeichnungen, Gemälde, Kunstwerke aller Art, die von Unbekannten, von Besessenen geschaffen wurden, die durch spontane Impulse entstanden, die von Phantasie und Tollheit beseelt sind und sich nicht in den alten Gleisen der katalogisierten Kunst bewegen." Im Laufe der folgenden Jahre entwickelte Jean Dubuffet seine theoretische Grundlage: Er bezeichnete ein Werk als Art Brut-Kunst, wenn sein Schöpfer als Autodidakt ohne akademisch-künstlerische Schulung jenseits bestehender Kunstströmungen und Künstlergruppen nicht für ein Publikum, sondern in erster Linie für sich selbst arbeitete. Zu dieser Künstlergruppe zählten demzufolge Außenseiter wie psychisch Kranke und Strafgefangene.

Art Brut ist weder eine Kunstrichtung noch eine Stilbezeichnung sondern beschreibt eine Kunst jenseits etablierter Kunstformen und –strömungen. Im angloamerikanischen Sprachraum ist dafür der Begriff Outsider Art ("Außenseiter-Kunst") gebräuchlich.

Die Art Brut-Sammlung Dubuffets fand 1947 im "Foyer de l'Art Brut" in der Galerie René Drouin in Paris seine erste Heimstätte und legte den Grundstein für den 1948 gegründeten Verein "Compagnie de l'Art Brut", dessen Initiatoren neben Jean Dubuffet unter anderem André Breton und Michel Tapié waren. Die Compagnie widmete sich der Erforschung und Sammlung der Art Brut. Daraus entstanden ist die "Collection de l'Art Brut", die Dubuffet der Stadt Lausanne schenkte und dort seit 1976 im Museum Château de Beaulieu zu sehen ist.


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