Über uns - Artbrut-Sammlung

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Über uns

Das Sammeln von Art Brut und Outsider Art hat wohl etwas mit der eigenen Biografie und Befindlichkeit zu tun. Wir sind im gesellschaftlichen Umbruch der 68er-Generation und der Hippiebewegung aufgewachsen und vielleicht ist es deshalb verständlich, dass wir uns nicht unbedingt in der „Mitte der Gesellschaft“ am wohlsten fühlen. So ist dann folgerichtig, wenn uns die Kunst der Außenseiter, der Verweigerer und der Unangepassten, mit ihren künstlerischen Freiheiten und ihrer geistigen Autonomie, im besonderen Maße am Herzen liegt.

        


Die Außenseiterkunst gilt bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts als Symbol des Protestes gegen ein bürgerliches Weltbild. Und die modernen Künstler adaptierten wiederholt die Werke der Primitiven und Geisteskranken im Kampf gegen die traditionellen Wertvorstellungen.

Als Wesenzug dieser Kunst gilt: Freisetzung einer inneren Wirklichkeit, Aufrichtigkeit und eine oft merkwürdige Art, an das Ursprüngliche, Verdrängte und Vergessene in uns selbst zu erinnern. Darum bemüht sich der Outsider-Künstler aber nicht – er kann gar nicht anders. Kunst entsteht hier nicht im Bezugssystem des Kunstbetriebes, sondern vielmehr arbeitet die Künstlerpersönlichkeit aus einem inneren Bedürfnis heraus.

Inzwischen erfolgt die Rezeption dieser Kunst international - auch die künstlerische Qualität der Werke steht heute außer Frage. Die Vielzahl an speziellen Museen und Galerien in der ganzen Welt bestätigen das. Die Ordnungsbegriffe Art Brut oder Outsider Art, ursprünglich auch Mittel der Ausgrenzung, haben sich fast schon zum Qualitätsbegriff entwickelt.

Als Folge der heutigen Erweiterung der ästhetischen Wahrnehmung und des Kunstbegriffes scheint die Grenze zur „akademischen“ Kunst aufgehoben. Wählen wir Methoden der Kunstbetrachtung, die sich allein am Gegenstand des Kunstwerkes ausrichten, ist dies berechtigt. Wir denken aber: Das tiefere Verständnis für diese besondere Kunst erschließt sich nicht durch die „objektive“ Begegnung mit dem Kunstwerk, sondern erfordert die Auseinandersetzung mit den Entstehungsbedingungen und den Lebensumständen des Künstlers.

Und darüber hinaus: Kunsterkenntnis ist immer zugleich Selbsterkenntnis. Im betrachteten Werk begegnen wir uns selbst auf eine sonst kaum mögliche Weise.


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